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Arbeitskreis Pädagogik
Protokoll des Treffens am 16.03.2011
Katastrophe in Japan Es wird die Frage aufgeworfen, ob das Thema in der Schule angesprochen wird. Es wird berichtet, dass dies überwiegend der Fall sei. Als wichtig wird herausgestellt, dass Kinder bis 10 Jahren mit derartigen Bildern nicht allein gelassen werden dürfen. Ein derartiges Thema muss sensibel angesprochen werden, weil Kinder in diesem Alter solche Bilder nicht alleine verarbeiten können.
Film Es wird der erste Teil (bis ca. 50 min) eines Vortrags von Herrn Manfred Spitzer (DVD) mit dem Titel „Erfolgreich Lernen in Kindergarten und Schule“ geschaut.
Drei Punkte daraus werden im Anschluss daran noch diskutiert.
- Die Theorie des Zeitfensters wird in Frage gestellt. Im Vortrag benutzt Herr Spitzer das Beispiel von nüssefressenden Vögeln dazu, um darzustellen, dass es für bestimmte Fertigkeiten, Fähigkeiten ein bestimmtes „Zeitfenster“, einen „Entwicklungskorridor“ dgl. gibt. Er beschreibt die Ausbildung des Hippcampus (Teil des Gehirns, das u.a. für den Orientierungssinn zuständig ist). Der Hippocampus ist bei diesen Vögeln bei der Geburt gleich groß. Vögel dieser Art verstecken ca. 10.000 bis 15.000 Nüsse und finden diese wieder. Diese Fähigkeit bildet sich im Alter von 35 bis 50 Tagen aus. Nun hat man manchen Vögeln keine ganzen Nüsse, sondern Nussbrei zu fressen gegeben. Diese Vögel erlernten diese Fähigkeit nicht und konnten sie auch später nicht mehr erlernen.
Manche Teilnehmer waren der Ansicht, dass derartige Tierversuche nicht auf den Menschen übertragbar seien. Bei Schlaganfallpatienten oder bei anderen Unfällen, bei der das Gehirn teilweise geschädigt werde, sei es sehr wohl möglich verlorengegangene Fähigkeiten wieder zu erlernen, weil andere Gehirnregionen diese Aufgaben übernehmen könnten. Gegenargument: Asiaten, die nach Europa kommen, können das „R“ nicht aussprechen, auch mit noch so viel Übung. Als wesentliches Ergebnis wird übereinstimmend festgestellt, dass die intensivsten Lernerfolge in der frühesten Kindheit stattfinden.
- Empathie und Einfühlungsvermögen sind wichtiger als Intelligenz, Bildung, Reichtum oder Stellung der Mutter für den Lernerfolg von Kleinkindern. Dies wurde am Beispiel vom Umgang von Müttern mit ihren 8 Monate alten Kindern nachgewiesen. Eine Gruppe von Müttern mit Kindern wurde im Alltagsleben über einen längeren Zeitraum beobachtet und gefilmt. Dabei hat sich eben herausgestellt, dass Kinder von Müttern, die gewusst haben, ob sich ihr Kind gerade wohlfühlt, viel mehr Aktivitäten zeigten. Es war also nicht wichtig, ob die Mutter intelligent, gebildet, reich oder arm war, sondern ob die Mutter das Kind rücksichtsvoll und einfühlsam behandelte.
- Herr Spitzer traf auch die Aussage, dass die Dauer des Kindergartenaufenthalts über die Ergebnisse im Pisatest entscheidend sei. Dies wurde von fast allen Mitgliedern kritisch gesehen. Es herrschte überwiegend die Meinung, dass nicht die Organisation Kindergarten das entscheidende Kriterium sei, sondern die Möglichkeit in einer großen Gruppe viele Möglichkeiten der Interaktion zu haben.
Nächster Termin: 14. April, 20:00 Uhr
Peter Ranzinger
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