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| Betriebsbesichtigung der Weberei „ Leitner“ am 30.10.09 |
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Im Rahmen des Geschichte-/Deutsch-/Arbeitslehre-Projekts der Oberstufe „Industrialisierung im 19. Jahrhundert“ fuhren Roswitha und Gertraude mit ihren Schülern nach Ulrichsberg im Mühlviertel, Oberösterreich.
Im Projekt wurde vor allem der Anfang der industriellen Produktion mit all seinen Schattenseiten für die neue Arbeiterschicht besprochen und im Spiel dargestellt. Bei Gertraude in „Deutsch“ wurden das Drama „Die Weber“ von Gerhart Hauptmann als Anregung für ein Theaterstück genommen, im Geschichtsunterricht interessierten sich die Schüler vor allem für die Situation der ausgebeuteten Arbeiterschaft aber auch für bahnbrechende Erfindungen dieser Zeit. Dazu wurden Gemälde zu dieser Zeit angeschaut, Texte gelesen und Theater gespielt. Arbeitssituationen damals und heuteMit der Besichtigung der Weberei Leitner sollte der Unterschied der Arbeitssituation im 19. Jahrhundert (auch Kinderarbeit!) zur heutigen Situation in einem modernen Produktionsbetrieb gezeigt werden. Der Betrieb „Leitner Leinen“ ist eine industriell ausgerichtete Weberei. Man sieht große automatische Webstühle, an denen nur wenige Menschen arbeiten. Das Thema, Maschinen ersetzen Menschen, damals wie heute, wurde auch diskutiert! Fragen wurden gestellt und beantwortet:Wohin exportiert die Firma Leitner ihre Waren? Welche Berufe haben die ArbeitnehmerInnen, die in der Weberei arbeiten, wie viele Beschäftigte hat der Betrieb? Wie sieht Arbeit heute aus, im Gegensatz zu Webereien im 19.Jahrhundert mit Kinderarbeit und gefährlichen Arbeitsbedingungen.? Herr Leitner erklärte in seiner Führung die „Betriebsphilosophie“ und auch den gesamten Produktionsprozess vom Flachsanbau über die Färbung mit Pflanzenfarben, er zeigte den Schülern die Steifung der Fäden mit Kartoffelstärke, erklärte das Einspannen per Hand(!) von tausenden Fäden an den Webmaschinen, die Endverarbeitung in der Nähereiwerkstätte und die ständige Verbesserung des Betriebablaufs und schließlich auch die notwendige Suche nach immer neuen Absatzmärkten. Immerhin gehen 85% der fertigen Ware ins Ausland! Da die Wirtschaftskrise den Markt in USA etwas einbrechen ließ, wird z.B. gerade in Dubai ein „Showroom“ eingerichtet.
Teamfähigkeit als wichtige SchlüsselqualifikationDie Schüler hörten auch, es gehöre zur Betriebsphilosophie, dass alle ArbeiterInnen ihre Ideen zur Verbesserung der Produktion und der Arbeitsverhältnisse einbringen können, ja sollen. Da jede/r ihren/seinen Arbeitsplatz in eigener Verantwortung betreut, muss jede/r ihn sauberhalten und auch kleine Reparaturen durchführen können. „Und natürlich ist auch hier die Teamfähigkeit eine wichtige Schlüsselqualifikation“, meinte Herr Leitner. Mit vielen Eindrücken und Informationen bepackt fuhren wir nach einer kleinen Erholung an der frei mäandrierenden Mühl wieder zurück nach Passau.
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