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Resümee seit der Schulschließung

 

Liebe Schulfamilie,
 
als am Freitagmorgen, den 13. 3.2020, offiziell bekannt wurde, dass die Schulen nun für 3 Wochen geschlossen würden und der Unterricht digital weiterlaufen soll, sprangen wir, wie wohl alle Schulen, ins kalte Wasser. In Windeseile erstellten wir für jede*n unserer Schüler*innen Online-Accounts, wiesen sie so gut es ging noch in das System ein und schickten sie, mit Material versorgt, nach Hause, in die „Schule dahoam“. Eine ungewisse Zeit lag vor uns. Nun, nach knapp 3 Wochen neuen Erfahrungen darf ich ein Resümee ziehen und möchte eine Lanze brechen für alle Lehrenden und Lernenden, die diese Herausforderung zu meistern hatten und haben! Ich sehe an unserer Montessori-Schule Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiterinnen, die sich nicht nur per E-Mail mit Kindern und Jugendlichen von der ersten bis zur zwölften Klasse austauschen und Material erarbeiten, verteilen und korrigieren, es werden Videokonferenzen mit Schülergruppen, Coachings und Fragestunden für Einzelschüler*innen durchgeführt, Elterngespräche und Beratungsstunden angeboten. Allen voran wurde unser Englisch- und Französischunterricht, mittlerweile werden aber auch die restlichen Fächer und sogar pädagogische Teamsitzungen mittels diversen Online-Plattformen in Gruppen per Bildübertragung abgehalten, ja sogar Elternabende finden virtuell statt. Das morgendliche „virtuelle Lehrerzimmer“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da es neben dem fachlichen auch den privaten, persönlichen Austausch zulässt. Virtuelle Wochenpläne und Lerntagebücher helfen den Schüler*innen die Tage und die Aufgaben zu strukturieren, persönliches Feedback von den Lehrkräften zu erledigten Aufgaben unterstützen beim Vorwärtskommen. Zur Prüfungsvorbereitung werden neben klassischen Aufgabenstellungen Lernvideos verschickt, damit auch die praktischen Prüfungsteile anschaulich erläutert werden können. Sportvideos werden erstellt, damit die Schüler*innen zuhause neben der geistigen Anstrengung auch Anregungen zur körperlichen Betätigung, oder auch zur Entspannung, dank „Sonnengruß“ der Yogalehrerin, erhalten. Es heißt „gemeinsam“ für den anstehenden Einrad-Wettbewerb trainieren- ohne sicher zu wissen, ob er nach den Osterferien stattfinden wird. Und auch wenn es nun möglich ist morgens länger zu schlafen und die meisten Kinder endlich den schier grenzenlosen Internetzugang durch die Eltern erlaubt bekamen, den sie immer wollten, so freuen sich die Kinder wieder auf die Zeit nach Ostern, wenn die Schule endlich wieder normal weitergeht, hoffentlich!
 
Die Rückmeldungen unserer Eltern zeigen hohe Wertschätzung – herzlich bedanken sie sich dafür, dass ihre Kinder so intensiv betreut und aufgefangen werden, in dieser ungewissen und merkwürdigen Zeit des eingeschränkten Ausgangs. Und herzlich bedanken möchte ich mich als Schulleiterin und als Mutter für den enormen Einsatz, den das pädagogische Personal der Schulen leistet. Alle sind ein äußerst wichtiger Teil der sogenannten „kritischen Infrastruktur“ und nicht nur auf dem Papier „systemrelevant“. Sie helfen den Familien die Tage zu strukturieren und geben den Kindern ein wenig Gemeinschaftsgefühl zurück. Und ganz zu schweigen von den Kompetenzen und Fähigkeiten, die sie den Schülern durch die intensive Arbeit mit dem Computer als Arbeitsgerät mitgeben, die sie lebenslang behalten und brauchen können. Diese Arbeit ist unbeschreiblich wichtig! Herzlichen Dank dafür!

Ich möchte aber auch alle Schüler*innen ansprechen und ihnen bewusst machen, wie stolz sie auf sich sein dürfen, in dieser Eile so viele neue Arbeitsweisen erlernt zu haben! Die meisten von euch erledigen ihre Aufgaben zuverlässig und eifrig, ihr gebt Rückmeldung und holt euch neue Aufträge ab, ihr seid bei Gruppenchats und in der Freiarbeit dabei und dies tagtäglich und mit Fleiß. Das ist bewundernswert und ein Grund sich mal selbst auf die Schulter zu klopfen!
Bestimmt werden viele von euch von den Eltern unterstützt, die, obwohl sie selbst vermutlich unter großem Druck und Stress stehen, sich für euch so gut es geht Zeit nehmen, euch bekochen, euch die digitalen Möglichkeiten erst zur Verfügung stellen und bestimmt euch darin unterstützten, in die eine oder andere Arbeitsweise am Computer einzusteigen und sie zu verstehen. Auch den Eltern gebührt ein großer Dank und ich hoffe sehr, dass diese schwierige Zeit für alle Familien gut vorübergeht und bald vorbei ist. Meldet euch bei uns, wenn wir euch unterstützen können, wir versuchen unser Bestes.

Viele Grüße
Lisa Sterner, Schulleiterin