Kerzen für den guten Zweck

Mittelstufenschülerinnen engagieren sich gegen Armut und informieren sich über das Thema Obdachlosigkeit in Passau

Am 15.01.26 besuchten wir die Obdachlosenunterkunft der Caritas Passau im Zuge unseres Unterrichtsfachs “Projekt Zukunft”, in dem wir uns mit den 17 Nachhaltigkeitszielen auseinandersetzen. Wir beschäftigten uns mit Ziel 1 „Keine Armut“.

Wir gossen aus Bienenwachskerzenresten neue Kerzen und verkauften diese während unseres Adventscafés. Die Einnahmen in Höhe von 247,46 Euro spendeten wir dann an die Obdachlosenunterkunft.

Während unseres Besuchs im Conradinum führte uns Tanja Ohrhallinger durch die Räumlichkeiten der Caritas, beantwortete Fragen und erzählte uns viele informative Fakten. Wir erfuhren, dass sich die Menschen, die dort Hilfe suchen, 5 Tage am Stück sowie 7 Tage im Monat aufhalten dürfen. Die Schlaf- und Duschräume sind nach Geschlechtern getrennt. Für Frauen stehen 4 Schlafplätze, für die Männer 6 Schlafplätze zur Verfügung. Sollten doch einmal mehr Gäste um Obdach bitten, so können zusätzliche Schlafmöglichkeiten aufgestellt werden. Zumeist reichen die Betten aus. Für die Übernachtungsgäste gibt es in der Unterkunft, die von 19 Uhr bis 7 Uhr am Morgen geöffnet ist, die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und zu trocknen. Oft bleibt in der Suppenküche, die sich im gleichen Gebäude befindet und von 11 Uhr bis 12.30 Uhr geöffnet ist, etwas zu essen übrig, das dann an die Übernachtungsgäste ausgegeben werden kann. Die Suppenküche wird von Montag bis Freitag mit frischer Vollwertkost vom Donauhof beliefert. Es besteht aber auch die Möglichkeit, in der Herberge etwas zu kochen. Jeder Hilfesuchende ab 18 Jahren darf kommen, Haustiere sind nicht erlaubt. Ab 22 Uhr ist Nachtruhe, wobei während der gesamten Nacht ein Herbergsvater oder eine Herbergsmutter vor Ort ist und nach dem Rechten schaut. Selbstverständlich ist während des Aufenthalts in der Herberge der Konsum von Alkohol und Drogen strikt untersagt. Wer sich nicht daran hält oder sich gewalttätig gegen andere verhält, bekommt Hausverbot.

Wir haben gelernt, dass in der Caritas vielfältige Hilfsangebote zur Verfügung stehen. Wer also um Hilfe bittet, wird auch im Rahmen der Möglichkeiten Hilfe bekommen. Es gibt eine Schwangerschaftsberatung, die Wohnungslosenhilfe und verschiedene andere Anlaufstellen im Haus, die aufgesucht werden können, wenn man Hilfe braucht.

Offiziell leben derzeit 125 Menschen in Passau in Obdachlosigkeit, wobei das keine eindeutige Anzahl ist, da die Dunkelziffer nicht genau einschätzbar ist und stark schwankt.

Unsere Spenden werden hauptsächlich für die Kosten der Herberge, aber auch für die kleinen Notwendigkeiten wie Zahncreme, Duschgel, Zahnbürsten, Waschmittel und dergleichen verwendet. Im Notfall wird auch mit einem Lebensmittelgutschein oder etwas Handgeld ausgeholfen.

Wir sagen herzlich Dankeschön für diese informative Stunde im Conradinum in Passau.

Leonie und Nina